Räume von
mehr als 1.600 m2 Grundfläche sind im Regelfall mit Rauchschürzen
in Rauchabschnitte von max. 1.600 m2 zu unterteilen.
Damit eine Rauchabzugsanlage im Ernstfall sicher funktioniert,
ist u. a. vorgeschrieben, dass die Eignung
der NRWG besonders nachgewiesen ist.
NRWG für den Einbau in Dächern und Wänden sind nach
Bauregelliste als nachweispflichtige Bauprodukte eingestuft.
Das Bauprodukt natürlicher Rauchabzug (NRWG) darf nach Bundesgesetzblatt
ab dem 01.09.2006 nur noch in Verkehr gebracht werden, wenn es nach
DIN EN 12101-2 geprüft und die entsprechende CE-Kennzeichnung
angebracht ist. Dies gilt sowohl für den horizontalen als auch
für den vertikalen Einbaufall.
Weitere Informationen können auch FVLR-Heft
17 entnommen werden.
Zum 1. Juli 2013 sind wichtige Prüf- und Kennzeichnungspflichten für Bauprodukte entfallen. Hintergrund ist die Veränderung der bisherigen europäischen Bauproduktenrichtlinie zur Bauproduktenverordnung (Eu-BauPVO). Betroffen sind auch die natürlichen Rauch- und Wärmeabzugsgeräte (NRWG). Zukünftig dürfen die CE-Zeichen auf den Rauchabzugsgeräten auch verkürzte oder nicht vollständige Angaben enthalten. Bisher mussten die wichtigsten Anforderungen nicht nur nach DIN EN 12101-2 geprüft und zertifiziert, sondern deren Ergebnisse auch komplett auf dem Produkt deklariert werden. Im Rahmen der Bauüberwachung ließ sich dadurch mit einem Blick erkennen, ob tatsächlich die vorgesehene Leistung eingebaut wurde.
Nach europäischem Recht soll es künftig reichen, nur noch eine einzige Basisanforderung zu prüfen, die dann nicht einmal vollständig auf dem Produkt, sondern z. B. nur im Internet oder den Begleitpapieren deklariert werden muss. Das erhöht den Aufwand bei Überprüfungen, gleichzeitig steigt die Gefahr von Fehlern, Verwechslungen und auch von Missbrauch. Die Mitgliedsunternehmen des FVLR Fachverband Tageslicht und Rauchschutz e.V. werden jedoch freiwillig die bisherige sehr transparente und sichere Praxis beibehalten. Mit der Fortführung der kompletten CE-Kennzeichnung direkt auf den Produkten können NRWG auf der Baustelle weiter ohne großen Aufwand kontrolliert werden.

Stammen die verwendeten NRWG von einem FVLR-Verbandsmitglied, stehen weiterhin alle wichtigen Angaben auf dem CE-Schild des Produkts. Nach der Empfehlung des FVLR sollen diese Produkte unbedingt neben der Angabe über die aerodynamisch wirksame Fläche bestimmte Anforderungen (Mindestwerte in Klammern) einhalten. Dazu gehören: die Funktionssicherheit (Re 50), Schneelast (SL 500), Niedrige Temperatur (T -5° C), Windlast (WL 1.500) und Wärmebeständigkeit (B 300).
Die Anforderungen an das Bauprodukt natürlicher Rauchabzug
(definiert in DIN EN 12 101- 2) sind an das gesamte Produkt und
nicht nur an einzelne Bauteile gerichtet. Dies gilt auch, wenn die
Endmontage von einzeln angelieferten Bauteilen erst auf der Baustelle
erfolgt.
Für sogenannte Öffnungen zur Rauchableitung oder für
aus Bauteilen unterschiedlicher Hersteller erst objektbezogen auf
der Baustelle individuell hergestellte Abzüge, die nicht nach
DIN EN 12101-2 geprüft und zertifiziert sind, kann die Verwendbarkeit
auch durch eine Zustimmung
im Einzelfall der jeweiligen obersten Bauaufsicht des Bundeslandes,
in dem die Baumaßnahme stattfindet, nachgewiesen werden.
Auch in diesen Fällen ist die jeweilige gesamte Konstruktion
(Abdeckung der Gebäudehülle, Scharniere und Beschläge,
Öffneraggregate, Steuerungselemente usw.) hinsichtlich ihrer
Verwendbarkeit bzw. Funktionsfähigkeit ( Schneelast, Windruck
bzw. -sog, Verhalten bei hohen und bei tiefen Temperaturen, Verschleißverhalten
bzw. Lebensdauer, Bestimmung der Rauchabzugsfläche usw.) sowie
möglicher weiterer Anforderungen, die sich aus den örtlichen
Gegebenheiten oder der Bauweise ergeben, gemeinsam zu beurteilen.
RWA-Auslösestationen
sind durch das Schild "Rauchabzug" zu kennzeichnen. Geeignete Aufkleber
oder Schilder können Sie hier
bestellen.
Das Zusammenwirken von NRA und automatischen Rauchmeldern ist in der neuen FVLR-Richtlinie 05 "Planungs- und Einbauanleitung für Rauchmelder in Verbindung mit natürlichen RWA-Anlagen" beschrieben. Mehr hierzu finden Sie hier.
Zuluftöffnungen
sind nach DIN 18232-2 durch das Schild "RWA-Zuluftöffnung - Bitte
freihalten" zu kennzeichnen. Geeignete Aufkleber oder Schilder können
Sie hier bestellen.
Für die natürliche
Entrauchung über Aussenwände können neben
Jalousien u. a. auch Fenster eingesetzt werden. Da auf jeder Aussenwand
je nach Windrichtung sowohl Staudruck als auch Sog vorherrschen
kann, sind für den Einbau spezielle Regeln (z. B. DIN 18232-2
Nov. 2007) und eine windrichtungsabhängige Steuerung erforderlich.
Mehr hierzu unter Rauchschutz/Aspekte/
Aus der Forschung. Das VdS-Merkblatt 3122 informiert über die Funktionsweisen und sinnvolle Positionierungen der notwendigen Windgeber.
|